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Geburts-Verarbeitung

Was kann ich für mich und mein Kind mache, wenn ich belastende Erlebnisse und Erinnungen an die Geburt meines Kindes habe?

Aus der Sicht der Pränatalen Körper- und Traumatherapie

Wenn traumatische Körpererinnerungen, verbunden mit Schmerzerfahrungen vorhanden sind, kommen diese meist unter ähnlichen Bedingungen wieder ans Tageslicht.

Hier erzähle ich über eine junge Frau, die durch eine Gebärmutteroperation vor der Schwangerschaft, unter der Geburt körperlich und mental blockiert wurde.

Welche Konsequenzen dies für Sie, emotional, mental und körperlich hatte erfährst du hier.


Glücklich, gestärkt und voller Zuversicht näherte sich der Geburtstermin, bis zum Tag als endlich die Wehen einsetzten. Meine Klientin war/ist eine geübte Yogini, kennt ihren Körper, fühlt sich damit wohl und verbunden und spürt sehr genau was ihr gut tut oder was sie zu ihrem Wohl braucht.

Mit der Reflexzonen Therapie, kombiniert mit Mental- und Bewusstseinsübungen, sowie der Arbeit an ihren Chakren konnte ich sie eine längere Zeit in der Schwangerschaft bis zur Geburt hin begleiten. Sie fühlte sich gut vorbereitet und freute sich auf die Geburt.

Doch als die Wehen einsetzten, aktivierte sich ihr ein altes, längst vergessen geglaubtes Trauma.

Das vertraute, verbundene Gefühle zu sich und ihrem Körper war einfach weg. Ihr Körper handelte autonom, in einem erstarrten, ihr nicht mehr zugänglichen Programm.

Zum Glück führte und unterstützte sie eine sehr erfahrene Hebamme durch den ganzen Geburtsprozess, so dass ihre Tochter gesund und vaginal zur Welt kommen konnte.

Was passierte da genau und wieso kam ein altes Trauma unter der Geburt plötzlich wieder hoch und übernahm die ganze körperliche Kontrolle?


Nach etwa zwei Monaten fühlte sich meine Klientin bereit, sich dem Geburtsprozess und dem ihr unbekannten Handeln ihres Körpers zu stellen und kam zu mir in eine pränatale Körper- und Traumtherapie Sitzung. Ihre Beweggründe waren:

  1. Das Bonding-Gefühle zu ihrem Kind setzte verspätet ein.

  2. Ihre Vagina fühlt sich immer noch offen und ungeschützt an, als ob sie dort steht Kraft verliert und nicht in ihrer Mitte und Stabilität sein kann.

  3. Ihre Menstruation hat schon wieder eingesetzt

  4. Sie fühlt sich mental immer noch wie in einer Endlosschleife der Geburt gefangen, da sie das Gefühl nicht loslassen konnte, dass Sie zu mehr fähig gewesen wäre. Dadurch kam kein stimmiges und rundes Gefühl bezüglich der Geburt in ihr auf.

In der gemeinsamen Sitzung eruierten wir den Ablauf der Geburt. Sie erzählte mir plötzlich von einer Operation die sie Jahre zuvor erlebt hatte: Vor vielen Jahren erlebte Sie eine Notoperation an ihrer Gebärmutter. Das Ganze kam so überraschend und musste so schnell durchgeführt werden, dass sie die ganze Operation als ein tiefgreifendes Trauma erlebte. Die unterbewusste Schlussfolgerung ihres Körpers war = starke Schmerzen in der Gebärmutter = andere Menschen müssen mir helfen und ich muss mich deren Wissen und Können übergeben. Ich muss meine eigene Kraft und Kontrolle in fremde Hände abgeben.

Diese Assoziationen speicherte Sie im Unterbewusstsein ab, welche durch die Geburtswehen aktiviert wurden und ihr Körper handelte autonom, wie im zuvor erlebten Trauma. Sie übergab den Geburtsverlauf den Umstehenden Menschen, sprich der Hebamme. Dies ist eine sehr typische und normale Trauma Reaktion: Der Körper verfällt in sein erlerntes Schutz- und Überlebensprogramm und verhindert dadurch die ihm im Moment wahre und mögliche Realität zu erleben und die dazu nötigen Kräfte zu mobilisieren. Siehe Blog Trauma.


Ablauf der Sitzung

Ich leitete sie an, mental zurück zum Moment der Gebärmutter OP zu reisen und sich auf ihre Gefühle zu achten, die sie immer noch wahr und sehr aktuell empfand, als ob die OP gerade eben erst passiert wäre.

Gefühle kennen keine Zeit. Somit ist eine mentale Rückreise der Schlüssel für die Auflösung und Heilung alter, traumatischer Gefühle, die immer noch das aktuelle Körperempfinden und Handeln steuern. Ebenso ist das wahrnehmen, erkennen und fühlen der eigenen Gefühle der wichtigste Schritt um in die Selbstermächtigung zurück zu gelangen. So konnte meine Klientin aus dem jetzigen, ressorurcierten Moment, das Damaligen konfrontieren und mit der Traumaarbeit die alten Körpererinnerungen durch Neue ersetzten. Damit wird es dem Körper/Unterbewusstsein/Handlungen möglich, nicht mehr aus den alten Trauma Muster heraus zu agiert, sonder auf aktuelle Geschehnisse und Forderungen bewusst zu reagieren zu können. Auch wenn die Geburt in der Vergangenheit liegt und wir was geschah nicht mehr verändern können, können wir immer noch die dazu entstanden Gefühle verändern, in dem wir neue damals gefehlt aktiveren. Was meine Klientin für sich manifestieren konnte.

Durch das lösen vom Trauma, konnte sie ihre Ur-Weibliche-Geburtskraft fühlen, was ihr mental wie körperlich endlich das abschliessende und runde Gefühl zu der Geburt ermöglichte. Erst mit und durch dieser Kraft konnte sie die Geburt als rund und vollendet fühlen und annehmen. Ebenso hatte sich das vaginale, offene Gefühl augenblicklich aufgelöst und wurde durch schon fast wehen ähnliche Kämpfe abgelöst. Ihr Körper konnte endlich auf physischer Ebene die Geburt als beendet fühlen und erleben, was er mit diesen Wehenkrämpfen zeigte.

Wie sich dies auf ihre Periode und das Gefühl der Stärke, Kraft und dem Mitte und verbundenen Körpergefühlt weiter vertiefen konnte, werde ich in einem weiteren Blog euch zugänglich machen.


Prolog

Egal ob es zwei Monate, 2 Jahre oder noch mehr nach der Geburt ist, es ist nie zu spät eine Geburt aufzuarbeiten und nochmals heilsam zu erleben.

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